In vielen Branchen sind Fachkräfte rar. Ein umfangreicher Talent Pool mit qualifizierten Talenten ist da umso wichtiger. Doch wie baut man eine solche Datenbank erfolgreich auf? Und wie gelingt es speziell weibliche Fachkräfte zu gewinnen? Wir verraten es in diesem Artikel.
Definition: Was ist ein Talent Pool?
Ein Talent Pool ist eine Datenbank, in der potenzielle Bewerber:innen mit all den Daten gespeichert sind, die für die Personalsuche relevant sind. Entscheidend dabei ist, dass die Datenbank nicht wahllos zusammengestellt ist, sondern nur solche Talente enthält, die gut auf künftige offene Stellen im Unternehmen passen. Durch regelmäßige Nachrichten kannst du frühzeitig eine Bindung zu den potenziellen Bewerber:innen aufbauen.
Wer landet im Talent Pool?
Jetzt ist die entscheidende Frage: Wie gelangst du an Kandidat:innen für deinen Talent Pool? Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Unter anderem diese:
- Immer wieder schaffen es vielversprechende Bewerber:innen nur ganz knapp nicht auf eine zu besetzende Stelle. Diese eignen sich hervoragend für den Talent Pool.
- Mitarbeiter:innen wechseln in ein anderes Unternehmen? Wenn es eine Trennung im Guten war, lohnt es sich, diese im Talent Pool zu haben. Vielleicht möchten sie zu einem späteren Zeitpunkt zurückkehren.
- Ihr habt versierte Praktikant:innen? Nimm auch diese mit auf und sprich sie an, wenn später eine passende Stelle frei wird.
- Auch durch Active Sourcing – also das gezielte Suchen und Ansprechen von Top-Talenten – kannst du euren Pool sinnvoll erweitern.

Wie kann man den Talent Pool gezielt weiblich(er) gestalten?
Laut Statistischem Bundesamt sind Frauen in der Arbeitswelt immer noch unterrepräsentiert. Du hast es in der Hand, das zu ändern. So könnt ihr euren Talent Pool weiblicher gestalten:
- Karrieremessen: Präsentiere dich und dein Unternehmen gezielt auf Messen, die den Fokus auf Female Recruiting legen. Davon gibt es mittlerweile einige – zum Beispiel die Shine oder die herCAREER Expo. Hier kannst du vielversprechende Kontakte knüpfen.
- Stellenportale: Schalte Stellenanzeigen auf Jobbörsen, die speziell weibliche Fachkräfte adressieren. Qualifizierte Bewerberinnen, die es letztendlich nicht ganz bis zur Einstellung geschafft haben, können den Talent Pool aufwerten.
- Diversity Sourcing: Active Sourcing, das unter anderem gezielt auf weibliche Fachkräfte ausgerichtet ist, nennt sich Diversity Sourcing. Das ist ebenfalls eine gute Methode, den Pool mit qualifizierten Kandidatinnen zu besetzen.
Welche Rolle spielt der Datenschutz?
Wir leben in datensensiblen Zeiten. Klar, dass du auch beim Auf- und Ausbau eines Talent Pools unter anderem die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Blick haben musst. Das bedeutet zuallererst: Hole immer(!) die ausdrückliche Einwilligung der Talente ein, bevor du sie in den Talent Pool aufnimmst. Informiere die Kandidat:innen transparent, warum welche Daten gespeichert werden und wie lange.
Die Talente haben das Recht, zu jedem Zeitpunkt Auskunft über ihre gespeicherten Daten zu verlangen oder diese löschen zu lassen. Indem du verantwortungsvoll agierst, bleibst du nicht nur rechtlich auf der sicheren Seite, sondern wirst zudem von Talenten als vertrauensvoller Arbeitgeber wahrgenommen. (Bitte beachte, dass dieser Abschnitt keine Rechtsberatung darstellt. Es handelt sich um einen allgemeinen Text zu Informationszwecken.)
Wir wünschen dir viel Erfolg beim Aufbau deines Talent Pools!
Autor: Reemko Ruth, Redakteur bei JOBmenü

